Dienstag, 10. November 2009

An einem Tag gleich zweimal im Rio






Am Samstag hatte ich glaube ich das beste Natur- und Freizeitsporterlebnis meines Lebens: Rafting. Zu 9 Leuten (fatale Mischung - 3 x England, 1 x USA und 4 mal Deutschland und 1x Österreich) haben wir uns in aller Herrteufelsfrühe in Xalapa Richtung Jacomulco aufgemacht. Wir hatten ein Allround-Paket gebucht, was für 80 Pesos mehr als der Normalpreis Hin- und- Herkutschiert werden, Mittagessen und Thermalquellen beinhaltete.
Also wurden wir in einem kleinen Bus von Xalapa nach Jacomulco gebracht. Die Fahrt hatte was von einer Klassenfahrt. In Jacomulco haben wir uns dann Flußfertig angezogen. Das heißt ich war schon Flußfertig, hatte natürlich als einzige keine Wechselklamotten mit. Dann sind wir mit dem Team und zwei Booten auf dem Bus drauf nochmal eine halbe Stunde zur Ablegestelle gefahren. Da haben wir dann von Carlos, unserem Schlauchbootsführer die Anweisungen bekommen: bei "adelante" nach vorne paddeln, bei "detrás" rückwärts paddeln und bei "alto" hoch die Ruder. Mit schicken Rettungswesten und Helmen bekleidet haben wir die Boote nach Englischsprachigen gegen Deutschsprachigen aufgeteilt. Ein weiterer Begleiter ist mit dem Kajak vorausgefahren um uns zu retten falls wir von Bord gehen. Der Kampf auf dem Fluss begann. Adelante! Und ab gings, rein in die Stromschnellen. Der "Río Pescado" hatte eine geniale Mischung aus actionmäßigen Wildwasserabschnitten und ruhigen Stücken unter dem Befehl "alto" von unserem Käpt`n. In jedem Wildwasserabschnitt hatte man irgendwie Angst, gegen einen der riesigen herausragenden Steine zu prallen (was Carlos durch seine Lenkkünste aber meisterhaft verhindert hat) oder aus dem Boot zu fallen. Ganz oft hat man direkt unter sich die riesigen Steine gemerkt. Und zwischendurch einfach garnichts gesehen, weil eine riesige Welle über einen geschwappt ist. Mit trocken bleiben war also nichts. (Daher existiert auch nicht ein einziges Foto von dem Abenteuer) War aber auch egal, wir haben dann nämlich in einem der ruhigen Abschnitte Halt gemacht und sind alle von einer hervorstehenden Felskante in den Fluss gesprungen und spätestens da wars dann vorbei mit Trockenheit. War schon eine leichte Überwindung bei der Höhe und in voller Montur, aber kaum war man wieder aufgetaucht, bekam man schon die Fangleine von Carlos zugeschmissen, um wieder ins Boot gezogen zu werden. Einmal mussten wir mit den Booten ein Stück laufen, weil es eine sehr schnelle und enge Kurve gab, in der man geradewegs auf eine Felswand geprallt wäre. Ja, fast die ganze Zeit waren rechts und links von uns gigantisch hohe Felswände die senkrecht in die Höhe ragten und mit lauter lustigen Pflanzen bewachsen waren. Über uns kreisten öfters mal Falken oder zumindest Vögel die so ähnlich aussahen. Das alles zusammen mit dem genialen Wetter noch dazu war so ein schöner Anblick, dass uns fast die Luft weggeblieben ist.
Das ganze kam mir vor wie fünf Kilometer in fünf Minuten, aber es waren tatsächlich zwei Stunden und mir ist die Kinnlade schon ein wenig heruntergefallen, als Carlos meinte dass wir 20 Kilometer zurückgelegt hätten. Wieder in Jacomulco angekommen, wurden wir wieder zum Ausgangspunkt der Rafting-Company gebracht, der übrigens auch direkt an dem Fluss lag. Dort haben wir dann alle STILLSCHWEIGEND unser zu Mittag gegessen. Macht ziemlich viel Hunger, so n Raftingvormittag. Danach sind wir dann noch ins Freibad gegangen, das Freibad mit der BESTEN Rutschenkonstruktion ever! Auf jeden Fall etwas fürs Auge. Und während wir in der heißen Novembersonne bruzelten, konnten auch unsere Anziehsachen trocknen. Nach genug Freibadluft sind wir dann rüber zu den Thermalquellen, die auch direkt neben dem Fluss waren. An den leichten Geruch von faulen Eiern musste man sich erstmal gewöhnen und dann sind wir rein ins Schwefelbad, dann wieder in den Fluss, Schwefelbad, Fluss. Heiß kalt heiß kalt. Sehr lustig. Da haben wir auch Kate (also meine Mitbewohnerin) und ihren Freund Mercurio und noch ein paar Freunde von ihm getroffen. Irgendwann waren wir so fix und alle vom Wildwasser, von der Sonne und vom Schwefel, dass wir den Heimweg nach Xalapa angetreten haben. Abends sind wir dann in den 2. Rio gegangen: Rio Latino, eine Disco hier in Xalapa. Matt, einer der Engländer, hat in seinen Geburtstag reingefeiert. Dieser Rio hat mir allerdings nicht so gefallen, vor allem die Musik war schwer erträglich. Lieber wäre ich nochmal in den echten Rio gegangen.

2 Kommentare:

  1. Hallo Lisssssaaaaa,

    bekommst Du gar nicht meine E-Mails? Und mit dem skype das funktioniert nicht mit uns :-( Ich weine viele Tränen des Kummers und des Schmerzes deswegen.

    Geht es Dir denn gut?

    Fragt mit aufrichtigem Herzschmerz in der Stimme

    deine Freundin

    Sarah

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  2. wenn man das so liest könnte man meinen, der lisa ginge es verdammt gut!

    "heiße novembersonne" - pah! das kann ja jeder...

    genieß es, du huhn!

    alles liebe!

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