Sonntag, 27. Dezember 2009

Feliz Navidad para todos!


Birga ist nah dran

Eva zeigt stolz ihren Gewinn

Geli, Sergio und RObert ganz leidenschaftlich

Kalt, Geli. Ganz ganz kalt.

Auf Jagd nach dem Schatz im Silbertopf

die ganze Bande

Kate und Mercurio- erschrocken und relaxt

von links nach rechts: Beate, Birga, Eva, Geli, Sergio und Robert kurz vorm großen Weihnachtsessen Nummer 2

Der gute Oppenheimer Krötenbrunnen und ich

Geschenke und Weihnachtszeugs

Essen bei Eva Robert und Beate. von links nach rechts: Beate, Robert, Eva, Laurenz, Silvia und Birga

Die Damen auf dem Sofa versammelt

Amigos! Ich hoffe ihr hattet alle eine schöne Weihnacht mit Familie und Freunden! Hier war es sehr schön, mal abgesehen davon dass es eben doch etwas anderes ist, wenn man Weihnachten zu Hause verbringt. Am 24. sind Birga und ich nochmal ins Zentrum gegangen und haben lauter Besorgungen gemacht. Weihnachtsdeko, Wichtelgeschenk auf den letzten Drücker und Süßigkeiten und so. Wieder zu Hause angekommen war Familien-Skypen und Haus dekorieren angesagt. War schon komisch das Haus weihnachtlich zu schmücken, während draußen die Sonne bei 26 Grad vom Himmel knallt und man leicht ins Schwitzen kommt, aber diesmal nicht von der zu hoch gedrehten Heizung. Es war sehr witzig, weil Birga und ich die ganze Zeit gesagt haben "Das Wetter lässt einen garnicht in Weihnachtsstimmung kommen" und Kate, die ja aus Australien kommt die ganze Zeit dagegen halten musste "Nein nein nein, zu einem richtigen Weihnachten gehört Hitze und Strand". So ist es jeder eben anders gewohnt.
Abends sind Kate und Mercurio dann zu Mercurios Familie gefahren und Birga und ich sind ins Haus von Beate, Eva und Robert gefahren um dort den Heiligabend-abend zu verbringen. Vorher hatten wir unseren jeweiligen Wichtel ausgelost, damit wir später ausgiebig wichteln konnten. Die Wichtelgeschenke legten wir schonmal unter den wunderbaren echten Weihnachtsbaum der drei. Aber erstmal gab es ein sehr leckeres Essen: Eine große Backkartoffel gefüllt mit Geschnetzeltem mit Pilzen und dazu Weihnachtssalat und Brot mit Guacamole und zig anderen Soßen. Wir waren: Robert, Eva, Beate, Birga und ich und dann kamen noch Silvia und ihr Freund sowie Geli und Sergio (mexikanisches Pärchen). Nach dem Essen ging es an den Glühwein, Wein und das Bier und gleichzeitig wurde gewichtelt. Ich habe ein Geschenk von Robert bekommen: Einen schicken bedruckten Holzfotorahmen mit einem sehr lustigen Partyfoto von unserer Hauseinweihungsparty darin (inklusive Partyhütchen) und ein Bild von der Riesenpyramide in Cholula, geklebt aus verschieden eingefärbten Gräsern. Ich hatte bei der Auslosung Geli gezogen und weil ich wusste dass sie gerne Katzen mag, bekam sie eine bunt angemalte Holzkatze die man auf Kanten setzen kann, inklusive abnehmbarem Schwanz (sehr innovativ). Nach dem Wichteln und ein paar mehr Glühwein haben wir dann noch ein sehr aufschlussreiches Kartenspiel mit Fragen gespielt. Inzwischen hatte es draußen einen derben Wetterumschwung gegeben: Es wurde auf einmal sehr kalt und fing an zu regnen. Und genauso blieb es auch den nächsten Tag. Da kam aber dann immerhin noch mehr Weihnachtsstimmung auf. Dieser Tag war ein Tag zwischen Skypen, Haus noch mehr dekorieren und vor allem: Kochen. Diesmal waren Kate, Birga und ich dran, die anderen zu bekochen. Lustiger Weise war das Essen das wir uns überlegt hatten dem Essen von Beate, Robert und Eva recht ähnlich. Sehr deutsch. Kartoffelgratin, Hühnchenragout mit Pilzen, Möhrengemüse, Salat, Brot und zum Nachtisch: Bratapfel mit Vanilleeis. Eva, Robert und Beate haben richtig einen rausgehauen: Sie haben eine ECHTE FLASCHE OPPENHEIMER KRÖTENBRUNNEN mitgebracht. Ich konnte es überhaupt nicht fassen, dass es diesen guten Tropfen hier auch nur ANSATZWEISE zu erwerben gibt! (An dieser Stelle viele Grüße an Marike: Deine grandiose Oppenheimer Krötenbrunnen-Entdeckung beim Rewe werde ich immer zu schätzen wissen!!!!) Nach dem Essen blieben wir noch ein bisschen am Tisch sitzen und spielten das Klopfspiel mit Händen. Bei doppelt klopfen gibts Richtungswechsel, wer sich vertut muss eine Hand aus dem Spiel nehmen.
Später ging es dann in unsere Sofa-Lounge-Ecke rüber und dann haben wir - und das war super spaßig- Topfschlagen gespielt. Caliente Caliente--- Frio Frio ging das die ganze Zeit.
So endete auch dieser kalte verregnete erste Weihnachtstag irgendwann. Am nächsten Tag war wieder strahlend blauer Himmel und Sonnenschein und ich sollte es noch bereuen mir eine lange Jeans angezogen zu haben. Mittags kamen dann nochmal Robert, Eva und Beate zum Reste essen, weil wir für eine komplette Mariachitruppe gekocht hatten. Und danach sind wir dann- auch so richtig deutsch- auf den Macuiltepetl gegangen, um einen Spaziergang zu machen. Das ist ein ehemaliger Vulkan der inzwischen ein "Parque Ecológico" ist und der, wenn man erstmal oben angekommen ist, eine herrliche Aussicht über Xalapa und sogar bis nach Naolinco bietet. Wenn es nicht neblig ist, versteht sich. Oben tranken wir alle ein kühles Erfrischungsgetränk und dann gings wieder nach unten. Später am Tag sind wir dann zusammen zum "Asadero Cien", ein Steakhouse, essen gegangen. Und das war der Abschluss von diesem Weihnachten das wie alle anderen auch mit viel zu viel Essen verbunden ist. Müde fiel ich ins Bett. Heute waren Birga und ich mit Paco, einem Freund, im Planetarium und MIX (Museo Interactivo de Xalapa). Interaktiv war wirklich nicht untertrieben. Da konnte man sich auf ein Nagelbett legen, seinen Körperabdruck in eine Nagelwand machen, sich in eine Seifenblase hüllen lassen, sich auf einem Drehbrett herumschleudern lassen, eine Rohrpostnachricht abschicken, Fußklavier durch auf den Tasten herumhüpfen spielen, Papier schöpfen, in eine echte ehemalige Spaceshuttle steigen, und und und. Im Planetarium haben wir viel Neues über die verschiedenen Sternenbilder gelernt. Und jetzt sitze ich hier und sortiere den ganzen Krempel der sich in den letzten 4 Monaten angesammelt hat. Denn in ein paar Tagen schon ziehen wir hier aus dem Haus aus. Übermorgen hole ich Simon vom Flughafen in Mexiko-Stadt ab und nach Silvester fahren wir dann Richtung Yucatán, was für mich der Auftakt von fast 2 Monaten Reise sein wird. Unter anderem gehts dann mit Roxy 2 Wochen nach Kuba und nochmal ein bisschen durch Südmexiko und wenn noch Zeit ist vielleicht nach Guatemala.
Zu Silvester geht es so wie es aussieht an den Strand "Chachalaca", der allernächste Strand von Xalapa aus und wie viele sagen: garnicht übel. Ich war noch nie da. Aber generell hat es doch auf jeden Fall etwas wenn man die Neujahrskorken an einem verlassenen Strand irgendwo in Veracruz knallen lassen kann!
Nun denn! Durch unseren bald fehlenden Haus-Internetabschluss wird es etwas schwieriger Blogeinträge zu schreiben, aber es gibt ja auch Internetcafés und ich werde mich bemühen!
Habt alle noch eine wunderbare Zeit zwischen Weihnachten und Silvester aber vor allem natürlich einen guten Rutsch ins neue Jahr. Lasst es krachen...

Bis bald!

Samstag, 12. Dezember 2009

Vorweihnachtliches Spätsommer-Xalapa in Bildern


Verwaltungszentrale M & S GmbH, wir erledigen ihren Bürokram

Anahí, Silvia und ich sind bereit fürs Konzert!

Hier soll das Café Tacuba-Konzert sein: Im Baseballstadion von Xalapa

Die beste mexikanische Band - Café Tacuba (Ojala que llueva Café, Ingrata, Las Flores, Eres,...)

Keyboarder und Melodikaspieler im Solo

Jarocho-Band bei der Weihnachtsfeier in der Escuela para Estudiantes Extranjeros

Überall Weihnachtbeleuchtung

Der Weihnachtsbaum vor der Kathedrale

Sieht aus als wäre er wieder aktiv, oder? =) (Pico de Orizaba)

Der Pico de Orizaba (höchster Berg Mexikos) von unserem Hausdach aus fotografiert

Pozole essen bei Abril

Xalapa von seiner nebeligen Seite (wettermäßig wirds wirklich nie langweilig)

Che in der Fac

Sonnenuntergang aus dem Küchenfenster

Dieser lonely Cowboy ist mir in Naolinco vor die Linse gelaufen

Another lonely Cowboy in Naolinco

Sonnenuntergang vor 3 Tagen vom Ende unserer Straße aus

Samstag, 5. Dezember 2009

Pulque trinken in Las Vegas






Seit unserem Wild-West-Wochenende auf der Ranch haben sich die meisten unserer Aktivitaeten in Xalapa abgespielt, denn: Das Semester neigt sich dem Ende zu und alle sind fleissig am Essays schreiben und Pruefungen vorbereiten. Und trotzdem war das letzte
Nur am vergangenen Freitag sind wir nach LAS VEGAS gefahren. Ja, ihr habt richtig gelesen. Anstatt aber BlackJack und Russisch Roulette in Abendgarderobe im Casino zu spielen, sassen wir in einer kleinen Pulquerìa in Wintermaentel gehuellt und haben Pulque getrunken. In Wahrheit heisst das Dorf, das ca. 1 Stunde von Xalapa entfernt ist naemlich LAS VIGAS und ist komplett in eiseskaelte und Nebel gehuellt und hat etwas mystisch-uriges. Direkt an einer verlassenen Landstrasse liegt das unscheinbare Haeuschen, das uns in wenigen Minuten Pulque in Huelle und Fuelle ausschenken wuerde. Pulque? Was ist das? Hm, gehen wir einfach rein und probieren es. Am Eingang werden wir von einem kraechzenden Papagei begruesst. Die Pulqueria-Wirtin begruesst uns und sagt, dass der Papagei nichts sagt weil es ihm auch zu kalt ist. Das koennen wir gut verstehen, denn man sieht den eigenen Atemhauch. Alle setzen wir uns um einen Tisch herum, wir sind die einzigen Gaeste. Direkt kommt eine Karaffe mit Erdbeer-Pulque auf den Tisch. Die Pulquefrau schenkt uns ein und raet uns, Zimt in das Getraenk zu streuen. Dann probieren wir alle. Hmmmmmm lecker PUlque. Wir erfahren, wie Pulque hergestellt wird: aus einer Agavenart (Maguey) wird ein Extrakt oder Saft gewonnen, der dann innerhalb von einem Tag gaehrt und einen leichten Alkoholanteil entwickelt.
Danach probieren wir noch: Schokopulque, Erdnusspulque, Vanillepulque, Cajetapulque (Cajeta ist eine Art Caramel aus Ziegenmilch, sehr mexikanisch), und schliesslich Pulque natural. Alles ausser Pulque natural schmeckt uns gut. Wir essen etwas und dann gehts durch den Nebel wieder zurueck ins Dorfzentrum, wo wir ein Taxi nach Xalapa nehmen.
Wieder in Xalapa gehen wir auf eine "Quema" (Verbrennung). Das sind Graduationsparties von verschiedenen Studiengaengen, in diesem Fall haben alle Ingenieur-Studiengaenge in einem grossen Festsaal zusammen gefeiert. Frueher wurden da wohl traditionell Buecher verbrannt, heute sind es glaube ich mehr die Gehirnzellen, denn jede kleine Gruppe von Freunden hat sich einen der 20-Liter-Trinkwasserbehaelter mitgebracht. Aber diesmal waren da alkoholische Mischgetraenke drin. Caña (irgendein Schnaps) gemischt mit Jugo de piña (Ananassaft). Aber wir waren alle ganz brav und haben es nicht uebertrieben.
Das war alles LETZTES wochenende. Was dieses Wochenende so passiert, schreibe ich bei naechster Gelegenheit hier nieder. Denn Abril, eine mexikanische Freundin und Koechin, hat uns zum Pozole (mexikanischer Eintopf)-Essen eingeladen.
Und ansonsten heisst es : Essays schreiben und fuer Klausuren lernen. Am 16. Dezember ist die Lernerei erstmal vorbei.

Montag, 23. November 2009

Flip auf meinem FlipFlop


Da sitze ich ahnungslos im Gras und lese vorbildlich "Los bandidos del Rio frio", da setzt sich unverhofft Flip auf meinen Flip-Flop. Haha, der alte Scherzkeks war wohl gut aufgelegt!

Dienstag, 17. November 2009

Once upon a time in the west


dicke fette Kröte, die kurz danach von allen Seiten Hundegebell um die Ohren gekriegt hat

Javier und Birga üben Lassowerfen

SchweiniSchweini und die Mexikoflagge

Sternfrüchte am Sternfruchtbaum

Vanilleschote an Mandarinenbaum

Taranti- Taranta- Tarantula

morgens auf der Wiese

Der Great-Whirlpool-River

echter Kaffee

Silvi und ich putzen Zähne

Kühe mit Maracuya füttern

Pacos Onkel Rafael empfängt uns am Gatter und befestigt Taschen auf dem Esel


früh morgens

Unser Schlafraum von innen

die Lagerfeuerglut ist bereit fürs Stockbrot

Paco und Konrad

Das letzte Wochenende könnte unter dem Titel "Back to Nature" oder "Once upon a time in the west" stehen. Paco, ein Bekannter von uns, hat Silvia, Birga und mich eingeladen, über das Wochenende mit auf die Ranch von seiner Oma und seinen beiden Onkels zu kommen. Wir dachten: warum nicht? und sind mit. Außerdem waren dabei: Konrad, ein Engländer und Javier, ein Freund von Paco und Pacos Mutter und Tante. Mit zwei Autos sind wir am Samstag morgen früh richtung Arroyofrio aufgebrochen. Nach zwei Stunden kurviger Fahrt, vorbei an Naolinco und wunderschönen Abschnitten mit einer irren Aussicht und 700 Meter tiefen Schluchten sind wir dann in Arroyofrio angekommen. Das war aber noch nicht das Ende der Reise. In dem kleinen Örtchen mit seinen paar Häusern, das ansich schon an einer sehr abgelegenen Schotterstraße liegt, haben wir die Autos geparkt und sind dann mit Sack und Pack zu Fuß weitergestiefelt, bis wir irgendwo im Nirgendwo an einem Gatter ankamen, wo schon Pacos Onkels mitsamt Esel und Pferden auf uns warteten. Der Esel wurde mit einem Teil unserer Taschen beladen und dann gings hoch den Berg. Ca. eine dreiviertel Stunde sind wir holprige schmale Pfade und hochbewachsene Wiesen entlang gegangen (bzw. die anderen, ich saß aufm Pferd hehe), vorbei an lustig bewachsenen Bäumen mit Vögeln darin, die komische Laute von sich gaben. Irgendwann tat sich dann vor unseren Augen die Ranch auf: Ein aus dicken Holzbrettern gebautes Haus mit vielen Bäumen drumherum und nach hinten raus eine unendlich weite und hügelige Wiese mit unfassbarem Ausblick. Außer dass keine Tannen dort wuchsen hat mich die Landschaft mit ihren Felsen und Flußbetten stark an die von Brokeback Mountain erinnert. Wir sind erstmal wie von der Tarantel gestochen auf die Wiese gerannt und haben große Steine angehoben, auf der Suche nach Taranteln. Und sind tatsächlich fündig geworden und haben natürlich Fotos gemacht von dem possierlichen Tierchen. Ich mit meiner Spinnenangst fand es garnicht schlimm, der Tarantel ganz nah zu sein (boooaaah wie klingt das denn jetzt?). Aber Birga hatte die richtige Erklärung: Wahrscheinlich weil wir gezielt gesucht haben und sie in ihrem normalen Umfeld gefunden haben und sie nicht unverhoffter Weise in der Badewanne aufgetaucht ist oder sowas. Hm...also Spinnenfobie doch noch nicht überwunden? Als nächstes war Cowboy-Lasso-Schwingen an der Reihe. Javier macht das einigermaßen professionell und nimmt manchmal an Wettbewerben teil und hat uns Lassowerf-Unterricht gegeben. Ein paar Meter weiter lag ein riesiges Schwein an einen Baum angeleint in der Sonne. Das hats echt verdammt gut...seinen kleinen Graben zum Baden direkt neben dem Baum und ständig Leute, die vorbeikommen und ihm Zuckerrohr schenken. Apropos Zuckerrohr: Schon kam Pacos Onkel Rafael mit der Machete an und ist mit uns zu seiner kleinen Zuckerrohrplantage gegangen. Da wurde dann erstmal einer der großen, ca. 3 Meter hohen Halme mit ca. einem Durchmesser von dieser Linie:-------------------------
gefällt und selbstverständlich auch mit der Machete geschält und schon hatte jeder ein Stück Zuckerrohr zum auslutschen. Es war wirklich unglaublich, was dort alles wuchs, ich habe noch nie so viele aufregende Pflanzen an einem Fleck gesehen: Pfeffer (davon haben wir ein paar Körner mit nach Xalapa genommen), Mimosen (die haben ganzschön rumgememmt und sich mal wieder zurückgezogen), Maracuyas (davon haben wir auch welche mitnehmen dürfen), Mandarinen, Limonen, Orangen, (davon machen wir jetzt täglich Saft) Vanilleschoten (waren allerdings noch nicht reif), Kakao (trug auch noch keine Früchte), roter Weihnachtsstern (das was wir in Deutschland zu Weihnachten auf dem Tisch haben wuchert da an riesigen Sträuchern), diverse Chillisorten (die uns manchmal die Zunge betäubt haben), 2 verschiedene Bananensorten (die normalen und dann noch welche mit einer roten Schale, geschmacklich nicht zu verachten), Sternfrucht, Papaya, Ingwer und natürlich Kaffee. Außerdem noch ein Baum mit grünen Blättern die so aussahen wie die Blätter eines Ahornbaums, aus denen Pacos Tante Irma immer einen richtig leckeren grünen Saft gemixt hat (wir haben sie liebevoll Hexe genannt, aber sie hat damit selber angefangen hehe).
Der erste Tag endete damit, dass jeder von uns eine Westernreitstunde von Javier bekam und dann haben wir ein Lagerfeuer gemacht. Das tat so richtig gut, absolut back to the roots. Ich habe das gebraucht, mal wieder etwas in der Natur zu sein. Und als dann der Sternenhimmel immer sichtbarer wurde, haben wir ziemlich viele Sternschnuppen gesehen. Nach 15 Sternschnuppen sind mir schon fast keine Wünsche mehr eingefallen, weil einfach das bloße unter Sternen am Lagerfeuer sitzen schon sehr glücklich gemacht hat. Am nächsten Tag gab es dann ein richtiges Landfrühstück mit Longanizo (gebratene Wurst), Bohnen, Salsa und selbstgebackenen Tortillas von der Oma. So ein Kraft-Frühstück war aber auch nötig bei DEM Tagesprogramm. Erstmal sind wir auf den Berg direkt am Haus geklettert und haben die Vitaminversorgung der Kühe mit Orangenschalen gesichert. Meine "typischer Organgenverkäufer aus Xalapa"-Rufe (NARANJA NARANJA NARANJA NARANJA NARANJA NARANJA NARANJA NARANJA NARANJA NARANJA )ließen die Kühe leider ziemlich kalt und unbeeindruckt. Trotzdem haben sie sich über die Vitaminbombe am frühen Morgen gefreut.
Dann haben wir uns startklar für die Flußexpedition gemacht. Auf zum Great River. Die Wiesen und Berge sind wir bis zum Gatter zurück gelaufen, zurück ins Dorf und von dort aus dann mit dem Auto zum Fluß. War absolut genial, der Fluß war relativ niedrig und hatte viele Wackersteine und trotzdem einige Stellen zum schwimmen. An einer Stelle ist ein leicht erhöhter Flußarm in den Hauptfluß geflossen und genau an dieser Kante war dann unser natural Whirlpool. Nach Flußkrebssuche mit Taucherbrillen und auf Steine rauf- und runterklettern und sich auf warmen Steinen wärmen und Angst davor in Seeigel oder Flußkrebsscheren zu treten haben wir dann langsam wieder den Rückweg angetreten. Als wir wieder oben an der Ranch ankamen, war es schon fast dunkel. So gerade haben wir es also noch geschafft, beim Aufstieg etwas sehen zu können. Sonst wäre das bei diesen stockfinsteren Nächten da oben kein Spaß gewesen. Wie so hungrige Bären haben wir die selbstgebackenen Bunuelos von Pacos Mama in uns reingestopft. Und später gabs dann wieder ein Lagerfeuer und diesmal mit Stockbrot. Hat nur so mittelmäßig geklappt, irgendwie hätte der Teig noch Hefe oder sowas gebraucht, war etwas pappig. Egal, hat schön nach Rauch geschmeckt ;)
Am nächsten Tag hat der Onkel Rafael Birga und mir nochmal eine zweistündige Führung gegeben in der er uns alles zu den dort wachsenden Pflanzen erklärt hat. Und dann haben wir die Kühe die bald Mama werden mit Maracuyas gefüttert.
Das, was mich an der Ranch so fasziniert hat, ist dass man dort vollkommen unabhängig lebt: Die Früchteauswahl könnte ja nicht besser sein, es wächst Mais für Tortillas und sorgar den Kaffee ernten sie selber, jagen ihn durch eine Mühle in der er von seiner Hülse getrennt wird, rösten die Bohnen und mahlen sie dann. Es war einer der besten Kaffees meines Lebens. Der Strom kommt aus Solarzellen und das Wasser aus der Quelle am Berg. Alles ist selbstgebaut und manches etwas provisorisch, aber es funktioniert perfekt.